DIE JUNGEN TENÖRE

 

 

Sei es 1998, als die drei bei einem ARD-Casting für die Flirtsendung Herzblatt unter Dutzenden Mitbewerbern ausgewählt wurden, die neue Erkennungsmelodie zu singen, oder ein Jahr später, als sie beim deutschen Vorentscheid zum Grand Prix d’Eurovision den dritten Platz erzielten, oder mit dem ers-ten Album, dessen Veröffentlichung unmittelbar über 40 TV-Auftritte nach sich zog und in 190.000 verkauften Exemplaren endete; dazu kam Gold in Österreich, und vergangenes Jahr entschied sich eine Jury zu ihrer Musik als Melodie der ARD-Fernsehlotterie Ein Platz an der Sonne. Auf ihrem dritten Album „Stimmen” (2000) sichteten sie erstmals den Unterhaltungsfundus des 20. Jahrhunderts und badeten ihn in frischem Schwung. Das stimmgewaltige Denkmal gelangte in die Top 35 der Charts. Mit „Cara Mia” folgte 2001 der Jungen Tenöre erste Bilanz, nicht ohne sechs neue Stücke draufzulegen ... Zugabe! Zugabe! ... für wahre Entertainer Ehrensache und Zeichen unermüdlichen Schaf-fensdrangs. Das fünfte Album „Schlagergold“ misst Die Jungen Tenöre längst am eigenen Standard. Und hoch ist der damit verbundene Anspruch, eine Hommage an deutsche Song-Klassiker der letzten vierzig Jahre zu schaffen. Kaum einer weiß das besser als Gerd Kämpfe, Produzent des Albums und eine Eminenz der deutschen Musiklandschaft: „In Italien, Frankreich, England oder Spanien hat man überhaupt keine Probleme mit der im eigenen Land entstehenden Pop-Musik. Viele Deutsche haben offensichtlich ein gespaltenes Verhältnis zu Titeln, die aus unserem Land kommen und vielleicht sogar in unserer Sprache gesungen werden. Pop- und Schlagerfans stehen in unterschiedlichen Lagern ohne zu bemerken, dass beide Begriffe dasselbe meinen: populäre, also erfolgreiche Kompositionen und Texte. Wenn man als Produzent das Glück hat, mit drei hervorragenden Sängern zu arbeiten, die dazu auch noch außerordentlich flexibel und kreativ sind, liegt es doch nahe, sich einmal ausführ-lich mit Musik zu befassen, die aus Deutschland stammt.